B-Jugend macht Oberliga klar

Die HSG-B-Jugend hat mit einem 1. Platz beim Qualifikationsturnier in der ASG-Halle einen Platz in der Oberliga in der kommenden Saison klargemacht.
Wie in der HV-Qualifikation üblich, wusste man vorher nicht allzu viel über die Gegner. Einzig die Mannschaft der HSC Haltern-Sythen war selbstverständlich gut bekannt, hatte man gegen sie doch erst vor wenigen Wochen in der Kreis-Quali gespielt (und verloren). Aber was man von Bösperde und der Zweitvertretung des TBV Lemgo zu erwarten hatte, war völlig offen – nur die Tatsache, dass beide in der Regionalliga-Qualifikation eine Woche zuvor Gruppenletzte geworden waren, machte Hoffnung, nicht auf Übermannschaften zu treffen.
Klar war auch die Ausgangsposition: Ein zweiter Platz reichte für die direkte Oberliga-Quali, ein dritter maximal für eine allerletzte Hoffnungsrunde, auf die allerdings niemand Lust hatte.
Der Start ins Turnier verlief sehr gut. Gegen die Halterner ging die Truppe von Cheftrainer Michael Linke und seinen Co-Coaches Luca Pagliara und Moritz Tann schnell mit 5:2 in Führung, unterstützt von einigen herausragenden Paraden von Keeper Jonas Eisenreich. Doch zur Halbzeit stand es 8:8 – und als Rauxels Kapitän nach nur 14 Sekunden der zweiten Halbzeit eine zumindest diskutable Rote Karte sah, mussten die Zuschauer durchaus fürchten, dass das Spiel kippen könnte. Haltern gelang es auch tatsächlich, in Führung zu gehen, aber nie mit mehr als einem Tor. Rauxel hingegen drehte im letzten Spielviertel auf. Durch drei Treffer in Folge gelang eine 15:12-Führung- und knapper als zwei Tore wurde diese Führung auch nicht mehr. Am Ende stand ein umjubelter 20:17-Erfolg, für den eine ausgeglichene Mannschaftsleistung mit Topscorer Clemens Willms (5 Treffer) an der Spitze verantwortlich war.

Der Erfolg im zweiten Spiel gegen Lemgo 2 geriet viel deutlicher, als es das Ergebnis von 21:17 aussagte – hatte Rauxel doch in der 20. Minute schon mit 18:9 geführt. Besonders bemerkenswert: Gleich zehn verschiedene Feldspieler trafen.
Mit 4:0 Punkten standen die Zeichen nun klar auf Oberliga-Qualifikation. Lange Zeit sah es so aus, als würde diese sogar schon vor dem letzten Spiel gegen Menden-Bösperde feststehen. Ein Punkt der Bösperder gegen Haltern hätte dafür gereicht und viereinhalb Minuten vor Schluss führten die Sauerländer sogar mit drei Toren, 11:8. Doch dann gelang ihnen nichts mehr. Haltern kämpfte sich Tor um Tor heran – und fünf Sekunden vor Schluss gelang der Mannschaft der Siegtreffer zum 12:11.
Nun waren Rechenkünste gefragt. Klar war: Holte Rauxel zum Abschluss mindestens einen Punkt gegen Bösperde, stand Platz 1 fest. Bei einer Niederlage hingegen würde ein Dreier-Vergleich von Bösperde, Haltern und Rauxel herangezogen, die dann alle 4:2 Punkte hätten – denn auch Bösperde und Haltern hatten Lemgo zwischenzeitlich klar besiegt. Rauxel hatte hier gute Karten, standen sie doch nach einem Spiel bei einem Torverhältnis von +3, während Haltern bei -2 lag. Eine Niederlage mit vier, vielleicht sogar mit fünf Toren konnte man sich also leisten, aber wollte man darauf spielen?

Der Start lief nicht gut für die HSG-Jungs. Nach elf Minuten lag man mit drei Toren hinten und kassierte zeitgleich mit dem 6:9 eine Strafzeit. Der „Vorsprung“ des Dreier-Vergleichs war also nahezu aufgebraucht. Doch einmal mehr zeigte das Team den Kampfgeist, den es an diesem Samstag auszeichnete. Bis zur Halbzeit holte man den Rückstand komplett auf, sodass es mit einem 9:9 in die Kabine ging. In der zweiten Halbzeit ging es anfangs hin und her, es blieb aber fast die ganze Zeit bei einem Ein-Tore-Vorsprung. Erst in der letzten Spielminute stellte Bösperde noch einmal auf eine Drei-Tore-Führung. Doch spätestens mit dem Treffer von Noah Horn zum 16:18 36 Sekunden vor Schluss war klar, dass der Rückstand aus HSG-Sicht knapp genug bleiben würde. Tatsächlich bedeutete die 17:19-Niederlage sogar nach Feinwertung Tabellenplatz 1 für die HSG, weil sowohl sie als auch Bösperde den Dreiervergleich mit +1 abschlossen, aber Rauxel mehr Tore erzielte. Eine Rolle spielt das aber nicht.
Nun schaut man gespannt, gegen wen es in der nächsten Oberliga-Saison geht – und hofft, dass der Mannschaft allzu viele weite Fahrten erspart bleiben. Aber erst einmal wird gefeiert.